Tagebuch: Vorzeit  2001/02  2003/04  2005/06  2007/08  2009/10  2011/12  2013/14  2015/16  2017/18  2019  2020  2021  2022  2023  2024  2025 
 Januar 2026 - März 2026
Vor rund einem Jahr hatte ich von Elbe-Modell den Bausatz des Faun K10 Muldenkippers gekauft. Die Teile sind in sehr guter Qualität als 3D-Druck gefertigt und wurden bereits ohne Supports geliefert. Ich musste nur wenige Stellen an den Unterseiten mit einer Nadelfeile versäubern. Praktischerweise sind Felgen und Reifen getrennte Teile und konnten so ohne mühseliges Abkleben lackiert werden.
 
Für die Patinierung habe ich wieder im Internet geeignete Bilder vom Faun K10 und vergleichbaren Fahrzeugen gefunden. Mit diesen Vorlagen konnte ich die Rost- und Schleifspuren an den richtigen Stellen anbringen. Der Faun K10 soll später die Umgebung an der Schlackenaufbereitung beleben. Erstaunlich ist der Größenunterschied zum OK K60 Dumper, der hier noch als Kibri-Bausatz auf seinen Einsatz wartet.
 
Modellbahn-Kollege Bernd P. hat das Modell des Hochofens überarbeitet und verfeinert. Mit seinen STL-Dateien konnte ich die Gerüstteile, die Zwischendecke sowie das Fundament mit dem FDM-Drucker erstellen. Im Anschluss wurden die Gerüstteile im Sandwich-Verfahren verklebt und die gesamte Konstruktion mit kleinen Blechschrauben zusammengebaut. Damit ist schon wortwörtlich das Grundgerüst für das neue 3D-Modell vorhanden, welches den Prototypen ersetzen wird. Mehr dazu in einem neuen Beitrag zum Hochofenbau.
 
Der Reststoffzug war ein Langzeitprojekt. Im Jahr 2003 hatte ich ein Set von Trix mit drei Erzwagen gekauft. Die Wagen entsprachen der französischen Bauform, hatten aber vorbildgerechte Beschriftung von Eisenbahn+Häfen. Nach einem Tipp vom Fachmann Michael S. sollten diese Wagen als Reststoffzug eingesetzt werden. Hüttenwerke waren immer schon Meister in der Wiederverwendung. Daher wird der bei der Gichtgasreinigung anfallende Staub abtransportiert, gesintert und wieder in den Hochofen gekippt. Dazu wird der Reststoffzug verwendet. Im Modellbetrieb pendelt der Zug von der Entstaubung zum Hochbunker, die Sinteranlage wird durch ein verdecktes Abstellgleis simuliert.
 
Im Laufe der Jahre waren immer wieder Wagenmodelle - meist Impulskäufe in Aachen - nach SNCF-Vorbildern zum Reststoffzug hinzugekommen. Anfang 2026 hatte ich dann die einige der Wagen für einen anderen Zweck eingeplant, es verblieben die Erzwagen von Trix sowie ein SNCF-Erzwagenpaar von LS Models. Anfangs war noch ein Kokswagen von Makette mit von der Partie, den habe ich aber schnell aussortiert. Die Patinierung erfolgte mithilfe einiger Vorbildfotos nach dem üblichen Ablauf: Matter Klarlack als Untergrund, bei den UCPMI-Wagen mit Weißanteil, um die sehr dunklen Wagen aufzuhellen. Anschließend wurden Rost und Staub an den Außenseiten mit Enamel-Washes in mehreren Schichten aufgetragen. Den Schüttflächen habe ich mit aufgeriebenem Pigment etwas Metallglanz verliehen, um die blanken Stellen dort anzudeuten. Der Innenraum wurde zunächst rostbraun grundiert und dann ebenfalls mit Washes patiniert. Hier habe ich einen Dark Wash verwendet, da der Gichtstaub dunkle Spuren hinterlässt.
 
Gichtstaub lässt sich im Modell nur schwer maßstäblich nachbilden. Ich habe den feinen schwarzen Quarzsand von Busch verwendet und damit die Korngröße bewusst übertrieben. Als Ausrede könnte ich anführen, daß die Ladung bereits das gesinterte Material darstellen soll. Damit die Farbe besser passt, habe ich den Sand mit etwas Pigment im Farbton Metal Slag von mig vermischt. Um die benötigte Sandmenge zu reduzieren, habe ich einfache Paßstücke konstruiert und mit dem FDM-Drucker fabriziert. Darauf habe ich dann den Sand angehäuft und mit einem Diorama-Kleber fixiert. Die Laufflächen der Radsätze von Trix und LS Models waren sehr grob brüniert, also habe ich neue RP25-Radsätze von Thomschke eingesetzt, die einen wesentlich ruhigeren Lauf ermöglichen. Dann konnten die Wagen endlich auf die Anlage gesetzt werden.
 
Ein weiteres Langzeitprojekt war der Heisstransport von glühenden Brammen. Hier hatte Michael S. im Jahr 2013 den Anstoß durch seine Roco-Umbauten gegeben, aber das Vorhaben hat lange geruht. 2020 war der Wagenaufbau eines meiner ersten 3D-Druckvorhaben. Das hat gut geklappt, aber die damaligen Beleuchtungsideen waren nicht brauchbar. Nun habe ich einen erneuten Anlauf gemacht. Die Ausstattungsteile wurden überarbeitet und mit dem neuen Resindrucker erstellt. Auch für die LED-Beleuchtung der glühenden Brammen fand ich eine Lösung. Aber es waren noch weitere Hürden zu nehmen: ich wollte eine flackerfreie Stromversorgung, dafür brauchte ich Stromabnahme über Achslager und elektrische Kupplungen. Und schließlich war noch eine überzeugende Patinierung zu meistern. Zum Schluss bin ich tatsächlich mit allem fertig geworden. Mehr Einzelheiten zu diesem Wagenumbau auf der Seite Flachwagen mi Heißbrammen.
 
Auch wenn mein Modellbahnthema im Ruhrgebiet verortet ist, bin ich doch Rheinländer, aufgewachsen in Grevenbroich an der Hauptstrecke Köln - Mönchengladbach. Köln war aus familiären Gründen unser großstädtisches Einkaufsziel. Und hin und wieder nutzte ich Vaters Monatskarte für eine Shoppingtour in die Domstadt. Auf der Strecke wurden ab Anfang 1980 niederländische ICR-Wagen in der Relation Den Haag - Köln eingesetzt, Grenzbahnhof für den Lokwechsel war Venlo. Diese Wagen waren schick, modern und elegant - automatische Türen, Großraumbestuhlung und Leseleuchten waren ein komfortables Kontrastprogramm zu den Silberlingen der Nahverkehrszüge.
 
Nun wurden die entsprechenden Modelle endlich vom niederländischen Anbieter PB Models ausgeliefert. PB Models hat sogar die Variante für den Auslandsverkehr mit Zuglaufschilder für die oben genannte Relation versorgt. Die Wagen sind ab Werk bereits mit einer DCC-Innen- und Schlussnbeleuchtung ausgestattet. Die passende Bespannung in Form der Roco 110 367-0 und der Roco 111 117-8 steht bereit. Natürlich gehört der Zug geografisch nicht ganz auf meine Anlage, aber da mache ich gerne eine Ausnahme.
 
Passend dazu ein Vorbilfoto von Maarten van der Velden, 110 429-8 auf der Hohenzollernbrücke am 11.09.1982, eingebunden entsprechend den Vorgaben von Flickr. Mit einem Klick auf das Bild öffnet sich die entsprechende Flickr-Seite mit größerer Ansicht.
Köln-Deutz: DB 110 429-8     
 
Wenn ich schon über die Bahn in 1:1 berichte: Der Niersexpress von Kleve nach Düsseldorf, der auch in Kevelaer Station macht, ist seit Jahren eine Zumutung für Bahnpendler. Derzeit ist der Takt von 30 Minuten auf 60 Minuten ausgedünnt. Eine Maßnahme zur Verbesserung bestand nun darin, das Unternehmen TRI mit Fahrten zu beauftragen. Dazu wurde ab März Lok 218 451-3 (Baujahr 1977) zusammen mit einer Garnitur modernisierter Silberlinge eingesetzt und in der Presse als Nostalgiezug angekündigt. Treppenwitz der Geschichte: Als wir 1999 nach Kevelaer zogen, bin ich das erste Jahr mit genau solchen Zügen im Regelbetrieb zuerst nach Krefeld und dann nach Düsseldorf gependelt.
 
Bei einem Kurzurlaub in Barcelona konnte ich auch spanische Regionalbahnen ausprobieren, zunächst für einen Tagesausflug nach Girona. Der erste Teil der Fahrt unmittelbar am Mittelmeerstrand war ein besonderes Erlebnis. Leider gab es für einen weiteren Abschnitt Schienenersatzverkehr, wie daheim. Aber der verantwortliche Betreiber hat in diesem Zeitraum kostenlose Fahrkarten ausgegeben. Rückfahrt nach Barcelona dann küstenfern per spanischem ICE2. Anderntags erneute kostenlose Bahnfahrt, diesmal nach Süden zum Bahnhof Vilanova. Von dort dann auf dem offiziellen(!) Wanderweg zu Fuß zurück bis zur nächsten Station in Sitges. Der ausgeschilderte Weg führt dort meist unmittelbar neben dem Schotterbett entlang und zwischendurch boten sich wunderbare Ausblicke auf die nächste Bucht samt Bahnstrecke.
 
 April 2026 - Juni 2026
Die Henschel DE2500 von Liliput hat einen Hauch von Patina erhalten. Die Maschine war Anfang der 80er im Testbetrieb und daher im gepflegten Zustand. Daher hat das Modell nur einen Hauch matten Klarlack erhalten und dann ganz wenig Schmutzverlaufsspuren auf dem Dach. Dabei haben mir Fotos vom Vorbild als Vorlage geholfen. Auffällig war auf den Bilder, daß zwei Dachsegmente direkt hinter FS2 deutlich dunkler als das restliche Dach waren. Das habe ich ebenfalls nachgebildet. Das Fahrgestell, also Lokrahmen und Drehgestelle, haben einen leichten Überzug mit Bremsstaub aus dem Airbrush bekommen. Dann noch ein paar Fettspuren an den Puffern, etwas Diesel an den Tanköffnungen und das war es auch schon. Der Austausch der Radsätze mit Haftreifen gegen Ersatzteile war mangels Lieferbarkeit nicht möglich. Daher habe ich neue RP25-Radscheiben aus Neusilber anfertigen lassen. Diese haben keine Nachbildung der Bremsscheiben, aber das fällt unter der Patina nicht auf.
 
Modellbahnkollege Bernd P. hat mit der 3D-Konstruktion der Abstichhalle begonnen und mir die STL-Dateien der ersten Teile überlassen. Der FDM-Druck gelang vortrefflich und ich konnte einen ersten Probeaufbau vornehmen. Dann hatte ich die großartige Idee, die Abstichrinne im Halleninneren mit LEDs zu beleuchten und die Abstich- Werkzeuge zu animieren. Dazu habe ich dann ein Arduino Nano-Projekt begonnen, bei dem ich meine alten Programmierkenntnisse einsetzen konnte. Mehr dazu im neuen Beitrag über die Abstichhalle (Link zum neuen Beitrag).
 
Der Bau der Winderhitzer hat kleine Fortschritte vorzuweisen. Die überarbeitete Konstruktion der Schieber sowie Brenner samt Gebläse ist fast fertig geworden. Außerdem habe ich die Befestigung der Cowper im Fundament mit dem FDM-Drucker erstellt. Mit den Bauteilen konnte ich dann ausprobieren, wie sich die drei Cowper auf der Anlagenfläche unterbringen lassen. Die Aggregate rund um jeden Cowper benötigen zusätzlichen Platz, den ich bei der Planung berücksichtigen muss. Mehr zum Bauzustand kann im aktualisieren Beitrag nachgelesen werden (Link zum Beitrag).
 
Auch PIKOs 212 161-4 hat ihre Patina erhalten. Anfang der 80er war die ozeanblaue Lackierung oft sehr ausgeblichen. Dies sowie die übliche Verschmutzung habe ich im Modell nachgeahmt. Wobei die Patinierung Überraschungen mit sich brachte und ich mittendrin meine Pläne ändern musste. Im neuen Beitrag (Link zum neuen Beitrag) habe ich die Vorgehensweise Schritt für Schritt beschrieben.
 
Als kleine Fingerübung und als Abwechslung zum 3D-Druck habe ich den Artitec-Bausatz der Hanomag K5 Laderaupe montiert und patiniert. Ich weiß zwar noch nicht, wo das Modell später seinen Platz finden soll. Aber im Moment ist es auf der Ladefläche des Faun K10 sehr gut aufgehoben.
 
Beim Druck der Cowper-Segmente hatte ich immer mit Maßabweichungen im Bereich 1-2 Zehntelmillimeter auf 80 mm zu kämpfen. Daher habe ich ausprobiert, ob dies vielleicht mit dem verwendeten Resin zusammenhängt. Spoiler: nein, das tut es nicht. Ich habe aber meine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Resins in einem Vergleich zusammengefasst (Link zum neuen Beitrag).
Zugschluß