Vor rund einem Jahr hatte ich von Elbe-Modell den Bausatz des Faun K10 Muldenkippers gekauft. Die Teile sind in sehr guter Qualität als 3D-Druck gefertigt und wurden bereits ohne
Supports geliefert. Ich musste nur wenige Stellen an den Unterseiten mit einer Nadelfeile versäubern. Praktischerweise sind Felgen und Reifen getrennte Teile und konnten
so ohne mühseliges Abkleben lackiert werden.
Für die Patinierung habe ich wieder im Internet geeignete Bilder vom Faun K10 und vergleichbaren Fahrzeugen gefunden. Mit diesen Vorlagen konnte ich die Rost- und Schleifspuren
an den richtigen Stellen anbringen. Der Faun K10 soll später die Umgebung an der Schlackenaufbereitung beleben. Erstaunlich ist der Größenunterschied zum OK K60 Dumper, der hier noch
als Kibri-Bausatz auf seinen Einsatz wartet.
Modellbahn-Kollege Bernd P. hat das Modell des Hochofens überarbeitet und verfeinert. Mit seinen STL-Dateien konnte ich die Gerüstteile, die Zwischendecke sowie das Fundament mit dem FDM-Drucker erstellen. Im Anschluss wurden die Gerüstteile im Sandwich-Verfahren verklebt und die gesamte Konstruktion mit kleinen Blechschrauben
zusammengebaut. Damit ist schon wortwörtlich das Grundgerüst für das neue 3D-Modell vorhanden, welches den Prototypen ersetzen wird. Mehr dazu in einem neuen Beitrag
zum Hochofenbau und in einem neuen Youtube-Video.
Der Reststoffzug war ein Langzeitprojekt. Im Jahr 2003 hatte ich ein Set von Trix mit drei Erzwagen gekauft. Die Wagen entsprachen der französischen Bauform, hatten aber
vorbildgerechte Beschriftung von Eisenbahn+Häfen. Nach einem Tipp vom Fachmann Michael S. sollten diese Wagen als Reststoffzug eingesetzt werden. Hüttenwerke waren immer schon Meister
in der Wiederverwendung. Daher wird der bei der Gichtgasreinigung anfallende Staub abtransportiert, gesintert und wieder in den Hochofen gekippt. Dazu wird der Reststoffzug verwendet.
Im Modellbetrieb pendelt der Zug von der Entstaubung zum Hochbunker, die Sinteranlage wird durch ein verdecktes Abstellgleis simuliert.
Im Laufe der Jahre waren immer wieder Wagenmodelle - meist Impulskäufe in Aachen - nach SNCF-Vorbildern zum Reststoffzug hinzugekommen. Anfang 2026 hatte ich dann die einige der Wagen für
einen anderen Zweck eingeplant, es verblieben die Erzwagen von Trix sowie ein SNCF-Erzwagenpaar von LS Models. Anfangs war noch ein Kokswagen von Makette mit von der Partie, den habe ich aber
schnell aussortiert. Die Patinierung erfolgte mithilfe einiger Vorbildfotos nach dem üblichen Ablauf: Matter Klarlack als Untergrund, bei den UCPMI-Wagen mit Weißanteil, um die sehr
dunklen Wagen aufzuhellen. Anschließend wurden Rost und Staub an den Außenseiten mit Enamel-Washes in mehreren Schichten aufgetragen. Den Schüttflächen habe ich mit aufgeriebenem Pigment etwas
Metallglanz verliehen, um die blanken Stellen dort anzudeuten. Der Innenraum wurde zunächst rostbraun grundiert und dann ebenfalls mit Washes patiniert. Hier habe ich einen Dark Wash
verwendet, da der Gichtstaub dunkle Spuren hinterlässt.
Gichtstaub lässt sich im Modell nur schwer maßstäblich nachbilden. Ich habe den feinen schwarzen Quarzsand von Busch verwendet und damit die Korngröße bewusst übertrieben.
Als Ausrede könnte ich anführen, daß die Ladung bereits das gesinterte Material darstellen soll. Damit die Farbe besser passt, habe ich den Sand mit etwas Pigment im Farbton Metal Slag von mig
vermischt. Um die benötigte Sandmenge zu reduzieren, habe ich einfache Paßstücke konstruiert und mit dem FDM-Drucker fabriziert. Darauf habe ich dann den Sand angehäuft und mit einem
Diorama-Kleber fixiert. Die Laufflächen der Radsätze von Trix und LS Models waren sehr grob brüniert, also habe ich neue
RP25-Radsätze von Thomschke eingesetzt, die einen wesentlich ruhigeren Lauf ermöglichen. Dann konnten die Wagen endlich auf die Anlage gesetzt werden.
Ein weiteres Langzeitprojekt war der Heisstransport von glühenden Brammen. Hier hatte Michael S. im Jahr 2013 den Anstoß durch seine Roco-Umbauten gegeben, aber das Vorhaben hat lange geruht. 2020 war der
Wagenaufbau eines meiner ersten 3D-Druckvorhaben. Das hat gut geklappt, aber die damaligen Beleuchtungsideen waren nicht brauchbar. Nun habe ich einen erneuten Anlauf gemacht. Die Ausstattungsteile
wurden überarbeitet und mit dem neuen Resindrucker erstellt. Auch für die LED-Beleuchtung der glühenden Brammen fand ich eine Lösung. Aber es waren noch weitere Hürden zu nehmen: ich wollte
eine flackerfreie Stromversorgung, dafür brauchte ich Stromabnahme über Achslager und elektrische Kupplungen. Und schließlich war noch eine überzeugende Patinierung zu meistern. Zum Schluss bin
ich tatsächlich mit allem fertig geworden. Mehr Einzelheiten zu diesem Wagenumbau auf der Seite Flachwagen mi Heißbrammen.
Auch wenn mein Modellbahnthema im Ruhrgebiet verortet ist, bin ich doch Rheinländer, aufgewachsen in Grevenbroich an der Hauptstrecke Köln - Mönchengladbach. Köln war aus familiären Gründen
unser großstädtisches Einkaufsziel. Und hin und wieder nutzte ich Vaters Monatskarte für eine Shoppingtour in die Domstadt. Auf der Strecke wurden ab Anfang 1980 niederländische ICR-Wagen in der Relation
Den Haag - Köln eingesetzt, Grenzbahnhof für den Lokwechsel war Venlo. Diese Wagen waren schick, modern und elegant - automatische Türen, Großraumbestuhlung und Leseleuchten waren ein komfortables
Kontrastprogramm zu den Silberlingen der Nahverkehrszüge.
Nun wurden die entsprechenden Modelle endlich vom niederländischen Anbieter PB Models ausgeliefert. PB Models hat sogar die Variante für den Auslandsverkehr mit Zuglaufschilder für die oben
genannte Relation versorgt. Die Wagen sind ab Werk bereits mit einer DCC-Innen- und Schlussnbeleuchtung ausgestattet. Die passende Bespannung in Form der Roco 110 367-0 und der Roco 111 117-8
steht bereit. Natürlich gehört der Zug geografisch nicht ganz auf meine Anlage, aber da mache ich gerne eine Ausnahme.
Passend dazu ein Vorbilfoto von Maarten van der Velden, 110 429-8 auf der Hohenzollernbrücke am 11.09.1982, eingebunden entsprechend den Vorgaben von Flickr. Mit einem Klick auf das Bild öffnet sich die entsprechende Flickr-Seite mit größerer Ansicht.
Wenn ich schon über die Bahn in 1:1 berichte: Der Niersexpress von Kleve nach Düsseldorf, der auch in Kevelaer Station macht, ist seit Jahren eine Zumutung für Bahnpendler. Derzeit ist
der Takt von 30 Minuten auf 60 Minuten ausgedünnt. Eine Maßnahme zur Verbesserung bestand nun darin, das Unternehmen TRI mit Fahrten zu beauftragen. Dazu wurde ab März Lok 218 451-3
(Baujahr 1977) zusammen
mit einer Garnitur modernisierter Silberlinge eingesetzt und in der Presse als Nostalgiezug angekündigt. Treppenwitz der Geschichte: Als wir 1999 nach Kevelaer zogen, bin ich das erste Jahr
mit genau solchen Zügen im Regelbetrieb zuerst nach Krefeld und dann nach Düsseldorf gependelt.
Bei einem Kurzurlaub in Barcelona konnte ich auch spanische Regionalbahnen ausprobieren, zunächst für einen Tagesausflug nach Girona. Der erste Teil der
Fahrt unmittelbar am Mittelmeerstrand war ein besonderes Erlebnis. Leider gab es für einen weiteren Abschnitt Schienenersatzverkehr, wie daheim. Aber der verantwortliche Betreiber hat in diesem
Zeitraum kostenlose Fahrkarten ausgegeben. Rückfahrt nach Barcelona dann küstenfern per spanischem ICE2. Anderntags erneute kostenlose Bahnfahrt, diesmal nach Süden zum Bahnhof Vilanova.
Von dort dann auf dem offiziellen(!) Wanderweg zu Fuß zurück bis zur nächsten Station in Sitges. Der ausgeschilderte Weg führt dort meist unmittelbar neben dem Schotterbett entlang und
zwischendurch boten sich wunderbare Ausblicke auf die nächste Bucht samt Bahnstrecke.